Jede Regionalkultur funktioniert nach speziellen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Wir finden, daß uns das kölsche Grundgesetz (auch das rheinische grundgesetzt genannt) ganz gut widergibt. Wer länger in Köln verweilt hat oder menschen aus Kölle kennt, der muß hierbei schon schmunzeln...
Das kölsche Grundgesetz besteht aus insgesamt elf kurzen Artikeln. Damit man es besser versteht, haben wir die korrespondierenden Gesetze des Deutschen Grundgesetzes angeführt. Dazu möchten wir anmerken, daß das kölsche Grundgesetz älter als die Verfassung der bunten Republik ist.
Hochdeutsch: Es ist wie es ist.
Bedeutung: Sieh den Tatsachen in die Augen.
Beispielanwendung: Das Wetter im schönen Rheingarten ist mal mies. Macht nix. Da drinken wir noch ein lecker Früh im Rheinzeit unter der Markise. Das ist fast wie Mallorca!
Hochdeutsch: Es kommt, wie es kommt.
Bedeutung: Sorge Dich nicht um die Zukunft.
Beispiel: Die Altstadt steht unter Wasser. Wozu haben wir denn die Hochwasserschutzmauer? Na ja: das Wasser geht halt dorthin woe es hin will. Erst mal Gummistiefel anziehen (oder ins Boot steigen) und auf den Schrecken ein lecker Früh im Rheinzeit trinken.
Hochdeutsch: Es ist noch immer gut ausgegangen.
Bedeutung: Lerne aus der Vergangenheit.
Beispiel: Kann ich es mir denn all die Kölsch leisten? Keine Sorge! Drink noch eins und denk später drüber nach. Wenn Du pleite bist, kannst Du es eh nicht mehr ändern.
Hochdeutsch: Weg is weg.
Bedeutung: Jammere den Dingen nicht nach.
Beispiel: Kölsch ist schon wieder alle. Ja, so geht das eben.
Hochdeutsch: Nichts bleibt, wie es war.
Bedeutung: Sei offen für Neuerungen.
Beispiel: Dei Christopher Street Parade. Ein toller rosa Karneval. Das müßte doch sgar Herrn Daum überzeugen! Es ist halt alles im Wandel. Toll!
Hochdeutsch: Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.
Bedeutung: Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen.
Beispiel: Die Rheinzeit-Website ist ein herrlicher Unsinn. Braucht das jemand? Kölsch kann man doch nicht klicken! Trotzdem machts Spaß und ist informativ.
Hochdeutsch: Was willst Du machen?
Bedeutung: Füg Dich in Dein Schicksal (Köln ist überwiegend katholisch).
Hochdeutsch: Mach es gut, aber nicht zu oft!
Bedeutung: Übertreib es nicht. Achte auf Deine Gesundheit.
Beispiel: lecker Kölsch ist OK. Aber jeden Abend 20 davon? Überleg es Dir noch mal lieber!
Eigentlich unübersetzbar. Eine kölsche Universalantwort.
Hochdeutsch: Da lachste Dich kaputt.
Bedeutung: Darüber sollte man lieber lachen als weinen.
Hochdeutsch: Jeder Narr ist anders! Oder auch: Jeder ist ein anderer Narr!
Bedeutung: Jeder Mensch hat seinen eigenen Vogel.