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Das kölsche Grundgesetz

Jede Regionalkultur funktioniert nach speziellen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Wir finden, daß uns das kölsche Grundgesetz (auch das rheinische grundgesetzt genannt) ganz gut widergibt. Wer länger in Köln verweilt hat oder menschen aus Kölle kennt, der muß hierbei schon schmunzeln...

Das kölsche Grundgesetz besteht aus insgesamt elf kurzen Artikeln. Damit man es besser versteht, haben wir die korrespondierenden Gesetze des Deutschen Grundgesetzes angeführt. Dazu möchten wir anmerken, daß das kölsche Grundgesetz älter als die Verfassung der bunten Republik ist.

Artikel 1: Et es, wie et es.

Hochdeutsch: Es ist wie es ist.
Bedeutung: Sieh den Tatsachen in die Augen.
Beispielanwendung: Das Wetter im schönen Rheingarten ist mal mies. Macht nix. Da drinken wir noch ein lecker Früh im Rheinzeit unter der Markise. Das ist fast wie Mallorca!

 

Artikel 2: Et kütt wie et kütt.

Hochdeutsch: Es kommt, wie es kommt.
Bedeutung: Sorge Dich nicht um die Zukunft.
Beispiel: Die Altstadt steht unter Wasser. Wozu haben wir denn die Hochwasserschutzmauer? Na ja: das Wasser geht halt dorthin woe es hin will. Erst mal Gummistiefel anziehen (oder ins Boot steigen) und auf den Schrecken ein lecker Früh im Rheinzeit trinken.

 

Artikel 3: Et hät noch immer jot jejange.

Hochdeutsch: Es ist noch immer gut ausgegangen.
Bedeutung: Lerne aus der Vergangenheit.
Beispiel: Kann ich es mir denn all die Kölsch leisten? Keine Sorge! Drink noch eins und denk später drüber nach. Wenn Du pleite bist, kannst Du es eh nicht mehr ändern.

 

Artikel 4: Fott es fott.

Hochdeutsch: Weg is weg.
Bedeutung: Jammere den Dingen nicht nach.
Beispiel: Kölsch ist schon wieder alle. Ja, so geht das eben.

 

Artikel 5: Et bliev nix, wie et wor.

Hochdeutsch: Nichts bleibt, wie es war.
Bedeutung: Sei offen für Neuerungen.
Beispiel: Dei Christopher Street Parade. Ein toller rosa Karneval. Das müßte doch sgar Herrn Daum überzeugen! Es ist halt alles im Wandel. Toll!

 

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.

Hochdeutsch: Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.
Bedeutung: Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen.
Beispiel: Die Rheinzeit-Website ist ein herrlicher Unsinn. Braucht das jemand? Kölsch kann man doch nicht klicken! Trotzdem machts Spaß und ist informativ. 

 

Artikel 7: Wat wellste mache?

Hochdeutsch: Was willst Du machen?
Bedeutung: Füg Dich in Dein Schicksal (Köln ist überwiegend katholisch).

 

Artikel 8: Maach et joot, äwwer nit ze off!

Hochdeutsch: Mach es gut, aber nicht zu oft!
Bedeutung: Übertreib es nicht. Achte auf Deine Gesundheit. 
Beispiel: lecker Kölsch ist OK. Aber jeden Abend 20 davon? Überleg es Dir noch mal lieber!

 

Artikel 9: Wat soll dä Quatsch?

Eigentlich unübersetzbar. Eine kölsche Universalantwort. 

 

Artikel 10: Drenkste eene met?

 

Artikel 11: Do laachse Dich kapott!

Hochdeutsch: Da lachste Dich kaputt.
Bedeutung: Darüber sollte man lieber lachen als weinen. 

 

Artikel 12: Jede Jeck es anders!

Hochdeutsch: Jeder Narr ist anders! Oder auch: Jeder ist ein anderer Narr!
Bedeutung: Jeder Mensch hat seinen eigenen Vogel.